Bilinguales Profil am AAG: Fachunterricht in englischer Sprache
1. Das bilinguale Profil
Bilingualer Unterricht ist zweisprachiger Unterricht in einem Sachfach. Die beiden Sprachen sind in unserem Fall Englisch und Deutsch. Der Unterricht findet dabei überwiegend auf Englisch statt, wobei die fachlichen Inhalte und nicht die Sprache im Vordergrund stehen.
2. Vorteile des bilingualen Unterrichts
Im Zeichen von Globalisierung und Europäischer Einigung stellt der Arbeitsmarkt hohe fremdsprachliche Anforderungen an junge Studien- und Berufsanfänger. Fließendes Englisch wird zunehmend als „lingua franca“ und Konzernsprache vorausgesetzt. In diesem Sinne streben bilinguale Bildungsgänge mit der Ausweitung fremdsprachlichen Lernens und Handelns auf Sachfächer eine annähernde Zweisprachigkeit an. Folgende Vorteile wären zu nennen:
- Near native competence (Im bilingualen Unterricht wird der Input an Englisch erheblich gesteigert, denn in der Sekundarstufe I werden zum Teil bis zu vier Sachfächer auf Englisch unterrichtet - also 9-10 Wochenstunden Unterricht in englischer Sprache statt der üblichen 3 oder 4. Zudem wird ein anspruchsvolles Vokabular akademischer Fachsprache erworben.)
- Sprachübergreifende Methodenkompetenz (Durch das inhaltsbezogene Kommunizieren in den verschiedenen Sachfächern entsteht eine vernetzte Sprachkompetenz und kein isoliertes Sprachwissen. Methodische Kompetenzen wie selbständiges Erarbeiten von Fakten, Analysieren von Statistiken und Schaubildern, Präsentationen, etc., werden auf Englisch und in der Muttersprache erworben. Der flexible Umgang mit verschiedenen englischsprachigen Materialien wird selbstverständlich.)
- Relativierung der eigenen Kultur durch interkulturelles Lernen (Der bilinguale Unterricht erweitert und öffnet den nationalen Blickwinkel bereits durch das verwendete Material. Auszüge aus englischen oder amerikanischen Schulbüchern, die ergänzend zu den bilingualen Materialien deutscher Schulbuchverlage eingesetzt werden, vermitteln eine fremde Sicht und werden somit der Forderung nach Multiperspektivität gerecht.)
3. Organisation
Der Englischunterricht wird in der 5. und 6. Klasse in der Regel um zwei Stunden pro Jahr verstärkt, um zu gewährleisten, dass bei den Schülerinnen und Schülern am Ende der 6. Klasse eine „ordentliche Sprachkompetenz“ vorhanden ist, die für den kompletten Unterricht des Sachfaches in englischer Sprache unabdingbar sind. In den Einführungsjahren eines Sachfaches (Klasse 7 und 8) wird der Unterricht in diesem Fach um eine Stunde erhöht, um der erforderlichen Wortschatzarbeit Rechnung tragen zu können. In Klasse 5 erfolgen als spielerischer Einstieg Module im Sportunterricht in englischer Sprache. In Klasse 6 kommen Module in Geschichte hinzu. Der komplett bilinguale Sachfachunterricht beginnt in Klasse 7 mit Geschichte und Sport. Zusätzlich werden in Klasse 7 erste Module im Fach Biologie erprobt. Ab Klasse 8 wird der bilinguale Unterricht im Fach Sport durch Biologie abgelöst. In Klasse 9 wird das Konzept fortgeführt. Gleiches gilt für Klasse 10. Voraussichtlich wird der Fächerkanon in Klasse 10 noch durch Politik erweitert werden. Die Tabelle zeigt den Aufbau noch einmal im Überblick:
Die mögliche Stundentafel für das bilinguale Profil am AAG
|
Jahrgang |
Englischunterricht |
Fachunterricht auf Englisch |
|
5 |
6 Stunden (+ 2)[1] |
Module im Fach Sport |
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6 |
6 Stunden (+ 2) |
Module im Fach Geschichte Module im Fach Sport |
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7 |
4 Stunden |
Geschichte 3 Std. (+1) Sport 2 Std. Module im Fach Biologie |
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8 |
4 Stunden |
Geschichte 2 Std. Biologie 3 Std. ( +1) |
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9 |
4 Stunden |
Geschichte 2 Std. |
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10 |
3 Stunden |
Geschichte 2 Std. Politik ( ein oder zwei Stunden) |
Die Weiterführung des bilingualen Profils in der Oberstufe ist das Ziel, aber zum momentanen Stand noch nicht realisierbar.
4. Welche Schülerinnen und Schüler kommen für den bilingualen Unterricht in Frage?
Grundsätzlich halten wir vor allem Schülerinnen und Schüler dafür geeignet, die den Übergang von der Grundschule leicht bewältigt haben, die gerne aus eigener Überzeugung und aus eigenem nachhaltigem Interesse heraus lernen. Sie sind sprachlich gewandt, drücken sich schon recht sicher aus und zeigen bereits jetzt Aufgeschlossenheit für historische und naturwissenschaftliche Ereignisse und Zusammenhänge.
Bei einer zu großen Zahl von Bewerbungen wird von drei Englischlehrern eine Auswahl der in Frage kommenden Schüler und Schülerinnen anhand der oben genannten Kriterien getroffen werden. Dies geschieht auf Grundlage von „Bewerbungsgesprächen“ mit den Schülern und deren Eltern.
Bei der Entscheidung für den bilingualen Unterricht geht man grundsätzlich von einer langfristigen Bindung der Kinder an das Angebot aus, trotzdem kann die Entscheidung für den bilingualen Unterricht unsererseits zum Ende der Klasse 6 rückgängig gemacht werden, wenn die Leistungen in den Fächern Englisch, Geschichte und Biologie am dauerhaften Erfolg in der Klasse zweifeln lassen.
Da die Kerncurricula/Rahmenrichtlinien für die Sachfächer auch in den bilingualen Fächern gelten, ist das Überwechseln in eine Regelklasse möglich.
[1] Die zusätzlichen Englischstunden in Klasse 5/6 und die zusätzliche Geschichts- und Biologiestunde in Klasse 7, 8 und 9 (insgesamt 7 Unterrichtsstunden) werden aus dem Stundenpool und der Hochbegabtenförderung realisiert.